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Alexander Gauland und der Vogelschiss

Immer wieder, so auch in den letzten beiden Artikeln des FT, in denen über die AfD berichtet wurde, wird auf eine Rede Alexander Gaulands Bezug genommen, in der er die Formulierung „Vogelschiss“ für die Zeit des Nationalsozialismus verwendete. Ja, für die Zeit des Nationalsozialismus und nicht für den Holocaust, wie ihm seitdem immer von interessierter Seite unterstellt wird. Die Formulierung war dennoch unüberlegt und missverständlich, Alexander Gauland hat sich daher auch deutlich entschuldigt, insbesondere bei den deutschen Juden.


Tatsächlich ist Alexander Gauland völlig unverdächtig, was antisemitische Anflüge betrifft. Das zeigt deutlich ein längerer Ausschnitt aus der Rede, in der er über die Bedeutung der positiven Elemente der deutschen Geschichte für uns heute sprach und in der er das inkriminierte Wort verwendete. Einen positiven Bezug zur deutschen Geschichte herzustellen, ist nach unserer Meinung unabdingbare Voraussetzung für eine Zukunft der Deutschen:

„... Aber wir wollen weder in der Welt noch in Europa aufgehen. Wir haben eine ruhmreiche Geschichte, die länger dauerte als 12 Jahre. Und nur wenn wir uns zu dieser Geschichte bekennen, haben wir die Kraft, die Zukunft zu gestalten.

Ja, wir bekennen uns zu unserer Verantwortung für die 12 Jahre. Aber, liebe Freunde, Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in unserer über 1000-jährigen Geschichte. Und die großen Gestalten der Vergangenheit von Karl dem Großen über Karl V. bis zu Bismarck sind der Maßstab, an dem wir unser Handeln ausrichten müssen. Gerade weil wir die Verantwortung für die 12 Jahre übernommen haben, haben wir jedes Recht, den Stauferkaiser Friedrich II., der in Palermo ruht, zu bewundern. Der Bamberger Reiter gehört zu uns wie die Stifterfiguren des Naumburger Doms.


Liebe Freunde, denken wir immer daran, dass ein deutscher Jude, Ernst Kantorowicz, den Ruhm des Stauferkaisers beschrieben hat. Nein, der Islam gehört nicht zu uns. Unsere Vorfahren haben ihn 1683 vor Wien besiegt. Aber das deutsche Judentum von Ballin und Bleichröder über Rathenau und Kantorowicz war Teil einer deutschen Heldengeschichte, die Hitler vernichten wollte.


Liebe Freunde, uns muss man nicht vom Unwert des Nationalsozialismus überzeugen. Wir haben diesen Unwert im Blut. ...“


Michael Genniges

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